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SchwachPerfekt 
Geschrieben von: SudL   
Sonntag, den 14. Februar 2010 um 13:08 Uhr


Drachenreiter werden sie genannt. Herren über Bestien die weder Freund noch Feind kennen. So scheint es. Unzähmbar. Ein Söldnerhaufen, ausgespuckt aus den Tiefen des Hades. So erzählen sich die, die sich ihren Reihen gegenüber sahen und mit dem nackten Leben davon kamen.

Doch ich kenne die wahre Geschichte. Denn an dem Tag an dem sie ihren Namen erhielten, stand ich in dem selben Heer wie sie.

Mein Name ist Harras. Heute bin ich ein alter Mann. Das war einmal anders. Und was an diesem Tag geschah, will ich heute niederschreiben. Auf das die Geschichte nicht verloren geht. Und die, die nach uns kommen nicht vergessen, die Opfer dieser Schlacht zu ehren, die beinahe die Sklaverei für das aquilonische Volk bedeutet hätte.

Es war ein schwüler Morgen, dieser 8. Tag des Monats Yog. Obwohl die Sonne noch tief am Morgenhimmel über den zerklüfteten Berghängen des Grenzgebirgens zwischen Aquilonien und Nemedien stand, wäre es schon unerträglich gewesen, in einer normalen Stygischen Tunika hier seinen Dienst zu tun. Und erst recht in vollem Kriegsgewand. und in vollem Kriegsgewand standen alle hier.

Denn es war Krieg. Die Nemedier, unser ästlicher Nachbar, war mit einem gewaltigen Heer in die Länder nahe des Grenzgebirges eingefallen und erwartete

uns dort zu einer Entscheidungsschlacht um die Herrschaft über die Krone Hyborias.

Aquilonien.

Die Nemedier schielten immer schon Eifersüchtig auf das was in Aquilonien so fruchtbar gedeihte.

Die Heerführer Aquiloniens versammelten das Heer in Potain. Aus allen Richtungen kamen die Söhne Aquiloniens. Die Bataillone der Schildträger aus den Ländereien um die große Hauptstadt Tarantia. Die Adelsreiterei aus den großen Ebenen Potains auf ihren falbbraunen Hengsten. Ihr Anblick war für mich als jungem Mann der ich an dieser Schlacht teilnahm, beeindruckend. Die prächtigen Harnische der Pferde. Die bunten Federn auf ihren Helmen. Und so hervorragend trainiert das sie selbst vor einer geschlossenen Fornmation nicht halt machten. Stolze Söhne Aquiloniens.

Wie auch ich einer war. Und noch immer bin. Obwohl das Alter mir das Leben aus den Knochen saugt und mich ausdörrt für meinen letzten Ritt über den Styx.

Die Regimenter der Bogenschätzen, verstärkt mit Bogenschützen aus Bossonien, den gefürchtetsten Bogenschützen ganz Hyboriens. Von klein auf mit dem Bogen vertraut, war die Reichweite ihrer Pfeile bei jedem Gegner gefürchtet.

Die gefürchtete Phalanx der 1000. Perfekt gedrillte Krieger, trainiert darauf niemals ihre Formation aufzugeben, ganz egal was die Stunde schlug. Die Flanken der Phalanx sollten abgedeckt werden durch Pikeniere aus Gunderland. Bauern zwar, aber zäh und ausdauernd wie ein Pony aus den Höhen Parufels.

Und nicht zuletzt, das Herz der aquilonischen Streitmacht. Die schwarzen Drachen. Die Leibgarde des Königs. Die edelsten und besten Krieger nur fanden Aufnahme in ihre Reihen. Ich war nur ein einfacher Bauernsohn. Einer der vielen einfachen Schildträger. Nichts besonderes.

Der Anmarsch ins Grenzland dauerte rund 2 Tage. Es war schon recht heiß für diese Jahreszeit. Der Anmarsch in voller Rüstung war anstrengend. Und ob des Wissens der bevorstehenden Schlacht, war jeder Schritt, so schien es, doppelt so schwer zu tun.

Am Nachmittag des zweiten Tages erreichten wir unser Heerlager an einem sanft abfallenden Hang. Hier schlugen wir unser Lager auf. Wir schürten Feuer um uns zu stärken und warteten auf das Unausweichliche. Den Beginn der großen Schlacht.

Denn uns gegenüber am anderen Berghang lagen sie. Die nemedischen Horden.

Barbaren. Wilde Axtkämpfer. Ihre berüchtigten Reiter, die durch ihre Sturmattaken so manche Reihe aufbrechen konnten. Pikeniere und Schwertkämpfer. Bogenschützen aus dem Waldreich.

2 Tage lagerten wir schon in Sichtweite unseres Feindes an den Hängen der Berge des Grenzlandes als die Sonne sich aus ihrer Nachtruhe erhob.

Und an diesem Morgen suchte der Anführer der Nemedier die Entscheidung und ließ zum Aufstellen blasen.

Das Gelände war zwar schroff, ermöglichte aber trotzdem eine taktisch durchdachte

Aufstellung auf einer Länge von beinahe einer Meile Länge. Die Kavallerie zur rechten und linken postiert, die Pikeniere, die Axtkämpfer und Schwertkämpfer in der Mitte, gedeckt von den auf der Seite postierten Bogenschützen.In einer schmalen Reihe davor die Söldner, die sich ihnen angeschlossen hatten. Sie sollten den Sturmangriff einläuten und die Reihen der aquilonischen Phalanx lockern, um zu verhindern dass diese ihre volle Wucht entfalten konnte.

Die aquilonische Generalität blies ebenfalls zur Mobilmachung. Die Reiterei, darunter viele Adelige, in massierter Formation am rechten Flügel um der etwas schwächer wirkenden linken Flanke der Nemedier zuzusetzen. Gedeckt von einem Batallion Pikeniere aus Gunderland.Die Phalanx auf breiter Front im Zentrum. 16 zu 16 Männern in 3 Blöcken. Ein furchteinflößender Anblick. An den Flanken der Phalanx die Schildträger und Pikeniere um die Flanken der Phalanx vor Einfällen zu schätzen und sie in Formation zu halten. Die Bogenschützen noch in 2er Reihe davor um den Bögen einen Reichweitenvorteil zu verschaffen und die anstürmenden Feinde vor Aufprall in ihren Reihen ein wenig auszudünnen. Die Schwarzen Drachen bildeten

Eine Sturmreihe im Rücken der Phalanx um unerkannt vorpreschen zu können wenn das signal ertönen sollte.

So waren die Streitmächte unter Trommelschlägen und Trompetenklang aufmarschiert. Und nun standen sie sich wieder einmal gegenüber. Den selben Kampf fochten schon ihre Väter aus. Und ihre Väter davor. So alt war der Kampf zwischen Nemedien und Aquilonien. So alt das niemand wusste, wann zum ersten Mal Heere dieser Länder aufeinander prallten.

Hektisches Treiben auf beiden Seiten. Hauptleute schrien letzte Worte der Aufmunterung in die Reihen der einfachen Soldaten. Melder ritten die Reihen ab, Taktiker bewerteten die Formation des jeweiligen feindlichen Heeres.

Und das unruhige Gemurmel derer, die auf das gefürchtete Signal zum Vorrücken

warteten.

So standen wir ihnen gegenüber. Die Sonne entfaltete ihre Kraft. Spiegelte sich in unseren Harnischen. Unsere Reihen waren ruhig und gefasst während von der anderen Seite wilde Kriegsschreie zu uns herüber drangen.

Ich beobachtete die Reihen des Feindes ganz genau. Versuchte mir das Schlachtfeld genau einzuprägen. Sah in jeden Winkel. Sah die Furchen und groben Felsen die dort und da lagen. Weit im Westen des Schlachtfeldes lag ein kleines Wäldchen.

Es war schwierig zu erkennen. Doch im Schatten der Bäume war dort ein kleiner Reitertrupp aufgeritten. Schwer zu erkennen unter welchem Banner sie standen. Nur ihre Pferde schienen riesig zu sein. Noch nie hatte ich solche Riesen gesehen.

Diese Pferde mussten 3 Fuß größer gewesen sein als die Pferde unserer Reiterei.

Ich hörte einmal eine Geschichte an einem Lagerfeuer von solchen Pferden und das sie scheinbar nur in den Ebenen Afghulistans vorkamen.

Plötzlich ertönte der erste Hornschall. Nicht der wilde Haufen der Nemedier, sondern wir gingen zum Angriff über. Die Phalanx marschierte langsam im Gleichschritt

auf den Feind zu. Ihr unentwegtes Allalei Allalei schallte voran wie Donnerschlagen und prasselnder Regen. Wir waren nur noch wenige hundert schritt entfernt da begannen die feindlichen Bogenschützen mit ihrem Beschuß. Wir rissen die Schilde nach oben.

Ich glaube, die Aqilonier begehen eine Fehler wenn sie vorrücken anstatt den Angriff der nemedischen Hunde abzuwarten, was meinst du Tendel? Es war Meneos, der diese Frage stellte. Ein Mann von mittlerem Alter. Die Haare kurz geschnitten, sah er aus wie ein Gladiator wie man sie in den Arenen dort und da bewundern konnte.

Du hast Recht.

Tendel war der Anführer dieser Reiterschar, die dort im Schatten des Wäldchens aufgeritten waren. Ein etwas weniger grimmig wirkender Mann als Meneos. Von weitem zu erkennen, dass er Aquilonier war. Alle Reiter dieser Bande schienen Aquilonier zu sein. Zumindest mehr oder weniger. Etwas zerlumpt waren sie alle.

In lederne Rüstungen gehüllt, die recht robust wirkten, ihnen aber die nötige Beweglichkeit im Kampf zu Pferde ließen. Ein schwarzer Umhang hing von ihren Schultern. Einige trugen Schilder. Bunt bemalt mit Mustern und Fabeltieren.

Das aquilonische Kurzschwert trug jeder von ihnen und einen kurzen Reiterspieß. Einige von ihnen, waren mit Bögen bewaffnet. Männer geübt im berittenen Bogenkampf waren selten.

Die berittene Schar blieb nicht länger unbemerkt. Späher der Aquilonier hatten sie entdeckt und meldeten ihren Heerführern von der kleinen Schar an ihrer Flanke.

Pah, was kümmern mich ein Paar Geier die nach Toten suchen? entgegnete ihnen Hellesbunt, einer der Heerführer als ein Späher im davon berichtete.

Es kam oft vor, dass eine Bande von Dieben und Söldnern am Rande einer Schalcht in Stellung gingen, um sobald sich ein Sieger abzeichnete an dessen Seite in die Schlacht zu reiten um an der Beute beteiligt zu werden.

Doch irgendetwas an diesem Trupp schien anders zu sein.

Der Pfeilhagel schien kein Ende zu nehmen. Sie hatten es geschafft unsere Reihen ein wenig zu öffnen als der Sturm der nemedischen Söldner begann.

Wir stellten uns ihnen entgegen und wichen nicht zurück. Die Phalanx war in einen heftigen Kampf mit der nemedischen Infanterie verwickelt. Mehr konnte ich nicht erkennen. Unsere Pikeniere, die Adelsreiterei konnte ich nicht sehen. Mein Helm saß mir tief im Gesicht.

Der erste Feindkontakt war fürchterlich. Unsere Walze aus Eisen und Stahl erreichte die Reihen der Nemedier die sich uns mit Inbrunst entgegen warfen. Das Klirren der Schwerter und Äxte. Die Schreie der Getroffenen. Gestank wie er nur auf einem Schlachtfeld sein kann. Diese Mischung aus Angstschweiß, Blut und Urin. Erbrochenem und Kot aus den aufgeschlitzten Leibern derer die der Feind schon niedergestreckt hatte. Bilder die man nichts mehr was danach im Leben kommt, Übermalen kann. Die Schlacht war fürchterlich. Ich tötete viele. In viele Leiber borte sich meine Klinge. Aber wir konnten nicht die Oberhand erringen. Wir warteten sehnlichst auf Entsatz oder das uns unsere Reiterei zur Hilfe kam, doch Stunde um Stunde verging und wir wurden immer weiter zurückgedrängt.

Der Boden war übersät mit aquilonsichen Soldaten die bereist ihren Lebenshauch ausgeatmet hatten. Es schien als würden wir in ein Massaker laufen.

Die Schlacht war bereits einige Stunden im Gange, und tatsächlich schienen sich für eine Seite Vorteile abzuzeichnen.

Die Nemedier hatten der aquilonischen Infanterie eine Falle gestellt, in die diese bereitwillig hineintappte. Die Adelsreiterei war am vermeintlich schwächeren linken Flügel der Nemedier gebunden worden, da dort zwar zahlenmäßig ein Übergewicht bestand, dass die Nemedier dort durch unglaubliche Zähigkeit wett machten.

Dadurch war der rechte Flügel der Nemedier ohne direkten Gegner geblieben und konnte sich so daran machen, die Flanke der Aquilonier zu umfassen und den Pikenieren dort in die Flanke zu reiten und so die direkte Deckung der Phalanx niederzumachen.

Die Schlacht war und was nun geschehen sollte war nicht unbeobachtet geblieben.

"Siehst du Tendel" fragte Meneos. "Wie es das Orakel vorausgesehen hat. Die aquilonischen Adelsreiter unterschätzen die nemedischen Wilden und ihr linker Flügel wird nun aufgerieben werden."

Tendel nickte. "Ja, Meneos, es tritt ein was die alte Hexe Leanis vorausgesagt hat."

"Wenn wir noch länger untätig bleiben, fällt das Königreich heute" schrie Meneos.

Tendel blickte ihn nachdenklich an und nickte. Er sah in seine Schar. Alle nickten ihm zu.

"Iskander" sprach er, "gib das Zeichen, die Stunde in der wir uns als würdig erweisen ist nun gekommen."

Ein Reiter löste sich aus der Gruppe und bließ ein langes Signal in sein Horn aus Nashornbein.

Und mit dem verstummen des Signals begann die Erde zu erbeben. Aus allen Schluchten und Karen, aus allen Winkeln und Höhlen kamen sie hervorgeritten.

Unzählige Reiter auf ihren riesigen Pferden. In ledernen Harnischen, einen schwarzen Umhang um ihre Schultern. Es müssen Hunderte gewesen sein.

Wir waren am Rande der Niederlage. Die Phalanx hatte die Deckung durch die Pikeniere aus Gunderland verloren die von der nemedischen Kavallerie niedergeritten. Die Adelsreiterei war am rechten Äußeren Flügel gebunden und wir waren in einem schweren Rückzugsgefecht. Immer wenn ich meinen blick aus dem Schlachtengetümmel erhob konnte ich die nemedische Reiterei näher rücken sehen.

Keine Stunde mehr und wir und die Phalanx samt der zur Hilfe eilenden Schwarzen Drachen waren eingekreist. Wir alle fochten nur noch um unser nacktes Leben zu erhalten. Niemand, möge er auch noch so stolz gewesen sein, dachte mehr an Aquilonien und daran, dass es heute vielleicht aufhören könnte zu existieren.

Nur mehr wenige von usn waren übrig, als ich plötzlich aus dem nichts einen Hornklang vernahm.

Ich hob meinen Kopf und sah über das Schlachtfeld. Und am linken Rand sah ich eine schwarze Wolke über das zerklüftete Land fliegen. Es mussten hunderte Reiter gewesen sein. Ich wusste nicht auf wessen Seite sie standen, doch als ich sah wie sie der nemedischen Reiterei in der Rücken vielen, überkam mich ein Glücksgefühl und ich schöpfte wieder Hoffnung. Wir alle trauten kaum unseren Augen. Die schwarzen Reiter flogen förmlich durch die Reihen der Nemedier. Unerbittlich schlugen sie zu. Vernichteten die Reiterei unsere Feindes um sich unter donnerndem Hufschlag in die Reihen der Axtkämpfer zu verbeißen. Ihr blitzartiges Auftauchen säte Furcht und Schrecken in den Reihen unserer Feindes. Panik befiel die Wilden die in alle Richtungen ausbrachen. Unsere Kommandeure befahlen uns, uns zu sammeln und ihnen nachzusetzen was wir trotz der schweren Verluste ohne zu zögern taten. Wir setzten ihnen nach und kannten kein erbarmen. Befallen von Panik ob der schwarzen Reiter auf ihren riesigen Schlachtrössern leisteten sie kaum mehr Widerstand. In aussichtsloser Lage sandte Mitra ihre Scharen die uns aus der Niederlage befreiten und Aquilonien einen Sieg bescherten. Seite an Seite sah ich mich mit ihnen. Schwarz gewandet. Mit vermummten Gesichtern. In ihren Augen loderte ein Feuer. Ihre riesigen Pferde werde ich nicht vergessen. Prächtige Rösser.

Ihre edle Abstammung konnte man in jeder Muskelfaser erkennen.

Am Ende des Tages war der Feind besiegt. Die Hänge des Grenzgebirges waren übersät mit Leichen. Die Verbände sammelten sich. Die Heerführer trafen sich im Zelt des Königs der auf einem Bergkamm der Schlacht beiwohnte. Wir feierten. Die Kommandeure beglückwünschten uns zu unserer Tapferkeit und unserem Sieg.

Worte, sagten sie, die der König uns überbringen ließ. Doch wir alle wussten, daß an diesem Tag nicht wir den Sieg errungen hatten sondern diese fremden Reiter auf ihern gewaltigen Pferden. Wer waren diese Fremden fragt ihr euch? Nun, auch dem König war nicht entgangen das er sein Königreich dieser Schar verdankte. Und so sandte er seinen Herold aus, den Anführer der Schar in sein Zelt zu führen.

Der Anführer der Reiterschar und seine engsten Führer lagerten wieder in dem Wäldchen von dem aus sie die Schlacht verfolgt hatten.

Tendel saß Gedankenversunken an einem kleinen Lagerfeuer und starte in die Flamme als im Meneos die nahenden Herolde meldete.

Tendel stand langsam auf und stütze sich auf seinen Speer als er auf das Eintreffen

Der Boten wartete. Meneos, sein treuer Gefährte stand an seiner Seite.

"Wer ist euer Anführer?" fragte der Herold in den Kreis der Krieger.

"Wer will das wissen?" entgegnete Tendel. "Mein König schickt nach dem Anführer der Reiterschar, die dem aquilonischen Reich heute den Sieg gebracht hat. Er will euch persönlich danken!". Tendel lächelte verschmitzt. "Nun gut, dann wollen wir uns huldigen lassen, nicht wahr Meneos," sprach Tendel. "Sitz auf Freund, 10 Reiter sollen uns folgen." Meneos gab den Männern ein Zeichen. Sie saßen auf und folgten Tendel und dem Herold des Königs nach auf dem Weg in die Zeltstadt der Aquilonier.

Der Weg war nicht weit. Nach einigen Minuten des Ritts traf die Schwadron vor dem Königszelt ein. Tendel und Meneos saßen ab, der Rest der Krieger blieb im Sattel.

Der Herold winkte sie zu sich heran und deutete ihnen an, das Zelt dass vor ihnen stand zu betreten. Es war ein gewaltiges Zelt aus rotem Brockatstoff. Geschmückt mit goldenen Kordeln an der Borte. Auf den Seiten des Eingangs prangte das große Königssymbol Aquiloniens. Sie folgten dem Herold und betraten das Zelt.

Im Zelt herrschte reges Treiben. Der Sieg wurde gefeiert. Am Ende des Zeltes saß des König Aquiloniens. Numedides. Viele Jahre saß er schon auf dem Thron des Landes. Er deutete den Männern heranzutreten. Er erhob sich von seinem Thron. Im Zelt verstummte es.

Am Fuß seines Thrones standen sie sich nun gegenüber. Dort Numedides. König über viele Länder. Und da Tendel und Meneos. Die Anführer einer Schar. Einer Schar was auch immer.

Der König musterte Tendel und seinen Begleiter. Er verzog seine Lippen.

"So steht ihr also vor mir" sprach Nemedides. "Nennt mir euren Namen, damit ich weiß wem ich an diesem Tage meine Königskrone zu verdanken habe".

"Tendel, und das ist Meneos, einer meiner treuen Hauptleute".

Der König nickte. "Nun Tendel, ich danke euch und eurer Schar für das was ihr heute für Aquilonien getan habt. Wärt ihr nicht zur Hilfe geeilt auf euren prächtigen Tieren, die dunkelste Nacht wäre heute über uns gekommen. Sagt, eure Tiere woher stammen sie, noch nie sah ich Pferde von solch gewaltiger Größe".

"Sie stammen aus dem östlichsten Afghulistan, ihre Rasse soll so alt sein wie die Steine in diesem kargen Land. Sie leben wild dort in den Steppen. Nur schwer lassen sie sich zähmen. Die Pashtunen dort nennen sie Heterai. Es bedeutet Drache in ihrer Sprache.

"Drache, dass ist es wahrlich was sie sind. Wie Drachen kamen sie heute über unseren Feind. Mit feurigem Atem und glühenden Augen. Auf Schwingen wie Stahl die alles niederrissen was nicht aquilonisch war. Von heute an soll der Name eurer Schar Drachenreiter sein. Auf das eure Feinde wissen, welch Unheil nun über sie kommt wenn ihr ihnen euren Namen nennt. Unbesiegbar!"

"Doch, sagt Tendel, wo kommt ihr her? Wo ist eure Heimat?"

"Wir sind Söldner Herr, standen schon in vielen Schlachten auf vielen Seiten. Wer uns bezahlt, war bisher unser Herr. Doch in dieser Schlacht folgten wir anderen

Zielen. Viele von uns sind Aquilonier, manche aus ihrer Heimat vertrieben, manche freiwillig auf Wanderschaft gegangen, war es heute die Liebe zur verlorenen Heimat die uns hierher führte".

"Soso", erwiderte Nemedides, "dann soll eure Liebe nicht vergebens gewesen sein".

"Eure alte Heimat soll eure neue Heimat sein. Ich will aus Söldnern treue Soldaten dieses Landes machen. Tendel, ich übergebe euch und eurer Reiterei die Feste Ballus Umbra in Zelata, auf dass ihr dort treulich Wache tut und helft Aquilonien von nun an gegen alle Feinde zu erhalten".

"Warum eure Männer einst ihre Heimat verließen soll von dem heutigen Tage an nicht mehr von Bedeutung sein".

So war der Name geboren, den die Besatzung dieser Feste bis heute trägt. Drachenreiter. Die Söhne derer die einst die Feste als Geschenk des Königs erhielten, tun dort heute ihre Pflicht. Treu an den Eid ihrer Väter gebunden.

Ihre Namen haben sich geändert. Der ihrer Schar nicht. Drachenreiter.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. Februar 2010 um 14:37 Uhr